Videoprojekte im Unterricht und in der außerschulischen Bildungsarbeit

Kamera mit Mikrofon in einem Workshop
Kamera mit Mikrofon in einem Workshop | Bild: Lennart Bode

Bedeutung von Kurzvideos für jugendliche Lebenswelten

Für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sind Soziale Medien ein wesentlicher Ort für den Austausch und die Informationsbeschaffung. Die meistgenutzten Plattformen sind dabei Instagram und TikTok sowie Youtube, also Plattformen, die größtenteils mit Bewegtbildinhalten funktionieren. In kurzen Videos werden persönliche Geschichten, Werbebotschaften, Subkulturen und politische Botschaften dargestellt. Darum wird es zunehmend wichtiger diese Art der Kommunikation zu begreifen und Heranwachsende bei der Entwicklung der nötigen Kompetenzen zu begleiten.

Einfluss von Kurzvideos auf die Meinungsbildung

„Ein klarer Trend ist dabei das Format der dort verwendeten Kurzvideos, die besonders bei jungen Nutzer:innen zunehmende Beliebtheit erfahren“ (How to Sell Democracy Online (Fast), 2025). 60 Prozent der 14 – 19-Jährigen nutzen täglich TikTok. Instagram wird von 65 % der 14 – 29-Jährigen täglich genutzt. Beide Plattformen dienen nicht nur der reinen Unterhaltung, sondern „haben sich auch zu relevanten Nachrichten- und Informationsquellen entwickelt“. Die Informationsbeschaffung findet zu einem großen Teil über audiovisuelle Inhalte auf den Plattformen Instagram, TikTok und Youtube statt. Insbesondere politische Kurzvideos haben einen großen Einfluss auf die Meinungsbildung von jungen Menschen.

Anknüpfung an den Medienkompetenzrahmen NRW „Produzieren und Präsentieren“

Für die Bildungsarbeit können solche Formate auf verschiedenen Ebenen genutzt werden. Zum einen knüpft die Erstellung von eigenen Videos an den Medienkompetenzrahmen NRW an. Unter 4.1 steht die Medienproduktion und Präsentation und beinhaltet die adressatengerechte Planung von Medienprodukten sowie die Gestaltung und Präsentation. Wichtige Lernziele sind dabei die Gestaltungsmittel von Medienprodukten kennenzulernen, reflektiert anzuwenden sowie hinsichtlich der „Qualität, Wirkung und Aussageabsicht beurteilen“ zu können (Medienkompetenzrahmen NRW).

Mehrwert für den Praxisalltag

Kinder und Jugendliche lernen nicht nur die praktische Handhabung und Bedienung der Technik kennen, sondern zusätzlich lernen sie sich mit wichtigen Themen auseinanderzusetzen und reproduzieren sie durch die Aufarbeitung für eigene Medienprodukte. Die Art und Weise das Gelernte aufzuarbeiten gestaltet den Lernprozess alltagsnah und anschaulich und zusätzlich werden die Teilnehmenden dazu  befähigt vorhandene Inhalte aus den Sozialen Medien kritisch zu hinterfragen. Hinzu kommt die kreative Arbeit innerhalb von Kleingruppen. Bildungsprozesse können auf diese Weise praktisch und kreativ gestaltet werden.

Eigene Filmprojekte in der Praxis umsetzen – Was brauche ich dafür?

„Junge Menschen wünschen sich […] Kurzvideos, die frei von technischen Störungen oder Mängeln sind, also eine professionelle Kameraführung und einen verständlichen Ton aufweisen. Dabei braucht es keine aufwendige Bearbeitung; nur 17 Prozent wünschen sich visuelle Filter oder Effekte in den Videos“ (How to Sell Democracy Online (Fast). Das sind erstmal gute Voraussetzungen für eigene Filmprojekte im Unterricht oder in der Kinder- und Jugendarbeit – Tablets und Smartphones bieten mittlerweile eine sehr gute Qualität, sowohl für Bild- als auch Tonaufnahmen. Falls die vorhandene Technik nicht ausreichen sollte, gibt es zusätzliche Leihgeräte im Medienzentrum, die kostenfrei ausgeliehen werden können. Doch nun zur Herangehensweise:

Unsere Workshops bieten den Einstieg für eigene Videoprojekte in der Praxis (Die Teilnahme ist kostenfrei)

24.09.2026 | 14:00 - 17:00 Uhr
Bewegte Bilder - Vom Drehbuch zum fertigen Film

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21.01.2027 | 09:30 - 12:30 Uhr
Bewegte Bilder - Vom Drehbuch zum fertigen Film

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1.      Das Wichtigste zuerst: Das Thema und die Botschaft/Message

In dieser Phase kann ein Thema vorgegeben werden oder aber die Teilnehmenden können ganz frei ein eigenes wählen, das ihnen gefällt oder das sie beschäftigt. Anknüpfungspunkte gibt es hier in der Regel genug, hierzu können weitere Fragen gestellt werden, z.B. „Warum ist das Thema wichtig?“ und vor allem „Welche Botschaft/Message soll der Videobeitrag am Ende vermitteln?“ – Soll das Video aufbereitete Fakten enthalten und die Zuschauer/innen informieren? Soll das Video zum Nachdenken anregen oder soll es Emotionen hervorrufen? All das sind Vorgaben, die gemacht werden oder zur Auswahl gestellt werden können.

2.      Die Story entwickeln

„Ein wesentlicher Teil [von Filmprojekten] ist das Storytelling, das sich in der Praxis als besonders herausfordernd erweist.“ (Katja Holdorf, Björn Maurer, Storytelling - Herausforderung bei schulischen Kurzfilmprojekten). Es gibt verschiedene Modelle, die für das Storytelling genutzt werden können.

1.      Die Heldenreise

2.      Die Drei-Akt-Struktur (Drei-Akt-Struktur | Blog für Autoren)


Welche Art genutzt werden soll, kann entweder vorgegeben oder durch die Teilnehmenden selbst entschieden werden, sie dienen lediglich der Unterstützung. Wichtig ist, dass die Handlung innerhalb des Videobeitrags am Ende schlüssig und kausal ist.

„Narrative Hochglanzvorbilder, wie sie Schüler:innen auf Streamingplattformen oder im Fernsehen begegnen, führen immer wieder zu unrealistischen Erwartungen an die Qualität der eigenen Produktion.“ .“ (Katja Holdorf, Björn Maurer, Storytelling - Herausforderung bei schulischen Kurzfilmprojekten).

Kamera, Ton, Ausleuchtung, Schnitt

Im Grunde genommen reicht pro Kleingruppe (3-4 Personen) ein Tablet/iPad mit einer Kamera-App und einem Schneideprogramm. Da viele Schulen mit iPads ausgestattet sind, empfiehlt sich für den Einstieg das Programm iMovie. Ein Vorteil besteht darin, dass einzelne Videoclips mit dem iPad gefilmt und auf dem gleichen Gerät im Schnittprogramm weiterverarbeitet werden können. So braucht es keinen aufwendigen Datentransfer oder eine unübersichtliche Dateistruktur. Für diejenigen, die anspruchsvollere Projekte umsetzen möchten, ist das Programm „Davinci Resolve“ (Blackmagic Design) geeignet. Das Programm wird als Desktop-Software kostenlos zur Verfügung gestellt und ist als professionelle Schnitt-Software bekannt.

Für kleinere Projekte an ruhigen Orten ist auch das eingebaute Mikrofon eines iPads in Ordnung, um verständliche Sprechtexte aufzunehmen. Wer es nun professioneller handhaben möchte, kann zusätzliche, sogenannte Lavaliermikrofone, nehmen, um eine professionelle Tonqualität zu erhalten. Die lassen sich auch mit Mobilgeräten wie dem iPad verbinden.

Fazit

Ein eigenes Filmprojekt durchzuführen klingt anfangs vielleicht herausfordernd, doch mit etwas Übung und den richtigen Materialien kann es Abwechslung und neue Lerneffekte für alle Beteiligten mit sich bringen. Die Teilnehmenden lernen durch diese Art der Medienproduktion neue Techniken kennen, werden aktiv in Beteiligungsprozesse mit einbezogen und können bisher Gelerntes anschaulich und verständlich reproduzieren.

Für all diejenigen, die eigene Videoprojekte mit Gruppen umsetzen möchten, bietet das Medienzentrum passende Workshops wie diese hier.